Siemens Energy AG –
Stellenabbau & Abfindung
Alles was betroffene Siemens Energy AG-Mitarbeiter wissen müssen: aktueller Stellenabbau, Abfindungsformel, Sozialplan und rechtliche Einordnung.
* Die Spanne ist eine redaktionelle Einschätzung von AbfindungsHero auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen wie Branche, Mitbestimmung, Ertragslage und veröffentlichter Regelungen. Sie ist keine Angabe des Unternehmens. Im Einzelfall verschieben Betriebszugehörigkeit, Alter und besonderer Kündigungsschutz das Ergebnis deutlich.
Anmerkungen zur Entwicklung
- Die Reihe beginnt 2020. Siemens Energy wurde im September 2020 von der Siemens AG abgespalten und an die Börse gebracht; für die Jahre davor gibt es keine eigenständige Reihe. Geschäftsjahr endet am 30. September; die Jahreszahl bezeichnet das Endjahr. Kopfzahlen zum Stichtag; die Werte 2020 bis 2024 sind gerundete Schätzungen, 2025 stammt aus dem Geschäftsbericht (ESRS S1-6).
- 2025 · Deutschland 27.479, weltweit 102.985 zum 30.09.2025.
Aktuelle Regelungen
Bei Siemens Energy ist derzeit kein Abbauprogramm angekündigt. Das letzte Programm stammt aus dem Februar 2021 und war bis 2025 abgeschlossen: In Deutschland fielen knapp 2.600 Stellen weg, verteilt auf Berlin und Mülheim, Erlangen, Duisburg und Görlitz; die Konditionen entschied eine Einigungsstelle. Heute wächst der Konzern stark, im Geschäftsjahr 2026 mit Rekordaufträgen und einem erwarteten Nettogewinn von rund vier Milliarden Euro. Offen ist, ob die Sparte Transformation of Industry abgespalten wird.
Einschätzung des Abfindungsfaktors
Wir leiten einen Faktor von 0,8 ab, mit einer Spanne von 0,6 bis 1,1. Dafür sprechen die starke Mitbestimmung mit IG Metall und Europäischem Betriebsrat, die hohe Tarifbindung in Deutschland und die Ertragslage: Der Konzern wächst mit Rekordaufträgen. Dämpfend wirkt, dass derzeit kein Programm läuft und es damit keine ausgehandelten Konditionen gibt, an denen man sich orientieren könnte; im letzten Programm musste eine Einigungsstelle über die Bedingungen entscheiden.
Der Faktor ist unsere Einschätzung, keine Zusage des Unternehmens. Behalten Sie die geplante Abspaltung des Bereichs Transformation of Industry im Blick: Bei einem Übergang wechselt der Arbeitgeber, ohne dass eine Kündigung ausgesprochen wird. Dazu kommen Betriebszugehörigkeit, Alter und ein möglicher besonderer Kündigungsschutz. Hinzu kommen weitere Umstände des Einzelfalls.
Abfindungsrechner für Siemens Energy AG
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Der Richtwert ist eine Einschätzung, die wir aus den uns zugänglichen Informationen abgeleitet haben: Kündigungsschutz, Sozialplan, Gewerkschaft, betroffene Bereiche und wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Er ist kein zugesicherter oder amtlicher Wert. Was am Ende tatsächlich gezahlt wird, hängt zusätzlich von Ihrer persönlichen Situation ab und ganz erheblich davon, wie verhandelt wird. Nach oben ist der Bereich bewusst offen, weil im Einzelfall deutlich mehr möglich ist.
Die Berechnung ist eine unverbindliche Orientierung auf Basis der verbreiteten Regelformel und ersetzt keine Rechtsberatung. AbfindungsHero erbringt selbst keine Rechtsdienstleistungen, sondern vermittelt den Kontakt zu Anwältinnen und Anwälten für Arbeitsrecht. Ein gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung besteht nur in Ausnahmefällen. Die tatsächliche Höhe hängt zusätzlich von Alter, Unterhaltspflichten, einer möglichen Schwerbehinderung, der Wirksamkeit der Kündigung und dem Verhandlungsverlauf ab. Eine Beurteilung des Einzelfalls ist nur durch eine anwaltliche Prüfung möglich.
Berichten zufolge prüft Siemens Energy die Abspaltung der Sparte Transformation of Industry mit Kompressoren, Dampfturbinen und dem klassischen Industriegeschäft. Eine Entscheidung ist nicht veröffentlicht. Für die Beschäftigten wäre das ein Wechsel des Arbeitgebers, kein Stellenabbau. Zusätzlich tritt der Konzern seit Juli 2026 gemeinsam mit Siemens Gamesa unter der Marke Omterra auf.
Im Februar 2021 kündigte Siemens Energy nach einem Milliardenverlust an, in der Sparte Gas and Power weltweit rund 7.800 Stellen zu streichen, davon zunächst 3.000 in Deutschland. Nach gescheiterten Verhandlungen entschied eine Einigungsstelle über Details und Sozialplan. Umgesetzt wurden knapp 2.600 Stellen in Deutschland: gut 600 in Berlin und Mülheim, 565 in Erlangen, 326 in Duisburg, 124 in Görlitz. Standortschließungen gab es nicht, der Abbau war bis 2025 abgeschlossen.
Siemens Energy AG: Stellenabbau, Abfindung & Rechte der Mitarbeiter
Der große Abbau liegt hinter dem Unternehmen
Bei Siemens Energy ist derzeit kein Abbauprogramm angekündigt. Das letzte große Programm stammt aus dem Februar 2021: Nach einem Milliardenverlust kündigte Vorstandschef Christian Bruch an, in der Sparte Gas and Power weltweit rund 7.800 Stellen zu streichen, davon zunächst 3.000 in Deutschland. Die Verhandlungen über Details und Sozialplan platzten, der Streit ging vor eine Einigungsstelle, was für ein Unternehmen aus der Siemens-Familie ungewöhnlich war. Am Ende wurden in Deutschland knapp 2.600 Stellen gestrichen: gut 600 in Berlin und Mülheim, 565 in Erlangen, 326 in Duisburg und 124 in Görlitz. Standorte wurden nicht geschlossen, der Abbau war bis 2025 abgeschlossen.
Wie der Konzern heute dasteht
Die Lage hat sich gedreht. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Siemens Energy einen Umsatz von 39,1 Milliarden Euro. Zum 30. September 2025 beschäftigte der Konzern weltweit 102.985 Menschen, davon 27.479 in Deutschland; inzwischen sind es nach eigenen Angaben rund 105.000 weltweit. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete der Konzern einen Rekordauftragseingang von 17,9 Milliarden Euro und einen Auftragsbestand von 162 Milliarden Euro, der Umsatz wuchs um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr stellt das Unternehmen einen Nettogewinn von rund vier Milliarden Euro in Aussicht. Treiber sind der Netzausbau und die Nachfrage nach Strom für Rechenzentren; die Kapazitäten für Gasturbinen sind bis 2028 nahezu ausgebucht. Auch die lange defizitäre Windtochter Siemens Gamesa schrieb erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder ein profitables Quartal. In den USA baut der Konzern Kapazitäten aus und plant dort mehr als 1.500 zusätzliche Arbeitsplätze.
Zwei Entwicklungen, die Beschäftigte im Blick behalten sollten
Mitte Juli 2026 hat der Konzern angekündigt, künftig gemeinsam mit Siemens Gamesa unter der neuen Marke Omterra aufzutreten. Ein Markenwechsel allein ändert am Arbeitsverhältnis nichts, solange der Arbeitgeber derselbe bleibt. Wichtiger ist die zweite Meldung: Berichten zufolge prüft das Management die Abspaltung der Sparte Transformation of Industry, also Kompressoren, Dampfturbinen und das klassische Industriegeschäft. Für die dort Beschäftigten wäre das ein Wechsel des Arbeitgebers, kein Stellenabbau. Eine Entscheidung ist nicht veröffentlicht.
Was die Lage für Verhandlungen bedeutet
Es gibt keinen laufenden Sozialplan und damit keine feste Abfindungsformel bei Siemens Energy; einzelne Trennungen werden individuell verhandelt. Die wirtschaftliche Lage ist dabei ein Argument: Ein Konzern mit einem Auftragsbestand von 162 Milliarden Euro und einem erwarteten Nettogewinn von rund vier Milliarden Euro steht anders da als ein Sanierungsfall. Verhandlungspartner auf Arbeitnehmerseite sind Betriebsrat und IG Metall. Laut Geschäftsbericht 2025 sind in Deutschland zwischen 80 und 100 Prozent der Beschäftigten tarifvertraglich abgedeckt und ebenso viele durch Arbeitnehmervertretungen repräsentiert; weltweit liegt die Tarifbindung bei rund 65 Prozent. Zusätzlich besteht ein Europäischer Betriebsrat.
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