Kündigungsschutzklage: Infos zu Arbeitnehmerrechten bei Kündigung durch Arbeitgeber

Kündigungsschutzklage beim Arbeiitsgericht

Kündigt der Arbeitgeber, kann das für den Arbeitnehmer schwere Folgen haben. Denn die meisten Arbeitnehmer sind auf ihren Arbeitsplatz angewiesen, um sich ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Allerdings sind Arbeitnehmer in Deutschland bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber diesem nicht schutzlos ausgeliefert, denn das Kündigungsschutzgesetz enthält Regelungen, die die Kündigung erschweren. Mit der Kündigungsschutzklage kann der Arbeitnehmer die Einhaltung dieser Regeln gegenüber dem Arbeitgeber durchsetzen und sich so gegen die Kündigung wehren. Zusammengefasst hat die Kündigungsschutzklage folgende Vorteile:

  • Schutz vor willkürlicher Entlassung, weil der Arbeitgeber bestimmte Regeln einhalten muss
  • Die Möglichkeit der Erhebung einer Kündigungsschutzklage vermittelt dem Arbeitnehmer Sicherheit und Stabilität bzgl. des Beschäftigungsverhältnisses. Dadurch erhält der Arbeitnehmer eine gewisse Planungssicherheit für seine Zukunft
  • Sozialer Ausgleich durch Stärkung der Verhandlungsposition des Arbeitnehmers ggü. seinem Arbeitgeber
  • Rechtsschutz bei ungerechtfertigter Kündigung: Das Kündigungsschutzgesetz ermöglicht dem Arbeitnehmer bei ungerechtfertigter Kündigung das Recht auf Wiedereinstellung oder alternativ eine finanzielle Entschädigung in Form einer Abfindung.

Möchte der Arbeitnehmer eine Kündigungsschutzklage erheben, muss er ein paar Voraussetzungen beachten.

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Das sind die Voraussetzungen einer Kündigungsschutzklage

Eine Kündigungsschutzklage kann helfen, wenn man sich gegen eine ungerechtfertigte Kündigung wehren möchte. Aber was muss beachtet werden, wenn man eine solche Klage einreichen möchte?

  • Frist beachten: Eine Kündigungsschutzklage muss innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der schriftlichen Kündigung beim zuständigen Arbeitsgericht eingereicht werden. Versäumt man diese Frist, gilt die Kündigung als rechtswirksam.
  • Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes: Eine Kündigungsschutzklage kann nur erhoben werden, wenn das Kündigungsschutzgesetz auf das Arbeitsverhältnis Anwendung findet. Das hängt davon ab, wie groß der Betrieb ist und wann das Arbeitsverhältnis begonnen hat. Außerdem muss das Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate ohne Unterbrechung bestanden haben. Für Arbeitsverhältnisse, die am 1.1.2004 oder später begonnen haben gilt das Kündigungsschutzgesetz, wenn in dem Betrieb in der Regel mehr als 10 Arbeitnehmer (Auszubildende werden nicht mitgezählt!) beschäftigt sind. Bei älteren Arbeitsverhältnissen, die vor dem 1.1.2004 begonnen haben, findet das Kündigungsschutzgesetz Anwendung, wenn in dem Betrieb am 31.12.2003 in der Regel mehr als 5 Arbeitnehmer (ohne Auszubildende) beschäftigt waren, die zum Zeitpunkt der Kündigung auch noch im Betrieb beschäftigt sind. Beschäftigte, die nach dem 31.12.2003 neu eingestellt worden sind, werden nicht mitgezählt.

    Als Arbeitnehmer gilt dabei, wer regelmäßig mehr als 30 Stunden in der Woche beschäftigt ist. Beschäftigte in Teilzeit werden nur anteilig gezählt:
    – bis einschließlich 20 Stunden: 0,5 volle Arbeitnehmer
    – bis einschließlich 30 Stunden: 0,75 volle Arbeitnehmer
  • kein Kündigungsgrund: Eine Kündigungsschutzklage ist sinnvoll, wenn man der Ansicht ist, dass der Arbeitgeber keinen Grund zur Kündigung hat, also Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Kündigung bestehen, z.B. bei einer fehlerhaften Sozialauswahl oder Diskriminierung.

Zusammenfassung: Mit der Kündigungsschutzklage kann der Arbeitnehmer sich gegen eine Kündigung schützen und so seinen Arbeitsplatz verteidigen. Beachtet man die Fristen und liegen die Voraussetzungen vor, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man sich erfolgreich gegen eine unrechtmäßige Kündigung zur wehr setzen kann.

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Ablauf und Folgen einer Klage vor dem Arbeitsgericht

Das Verfahren einer Kündigungsschutzklage läuft in mehreren Schritten ab:

  1. Kündigung erhalten: Sobald Sie eine Kündigung von Ihrem Arbeitgeber bekommen haben, sollten Sie schnell handeln.
  2. Frist beachten: Innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung müssen Sie die Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen.
  3. Klageerhebung: Die Klageerhebung erfolgt schriftlich oder mündlich zur Niederschrift bei der Geschäftsstelle des Arbeitsgerichts. Besser ist es, Sie beauftragen einen Rechtsanwalt damit, der die Klage für Sie erhebt und Sie durch das Verfahren begleitet.
  4. Güteverhandlung: Als erster Schritt findet vor dem Arbeitsgericht eine Güteverhandlung statt, bei der eine gütliche Einigung zwischen den Parteien angestrebt wird.
  5. Kammertermin: Wird in der Güteverhandlung keine Einigung erzielt, folgt ein Kammertermin, bei dem das Gericht die streitigen Punkte klärt und eine Entscheidung trifft.
  6. Urteil oder Vergleich: Das Verfahren endet entweder mit einem Urteil oder einem gerichtlichen Vergleich, der die Kündigung aufhebt oder eine Abfindung regelt.
  7. Berufung: Bei Unzufriedenheit mit dem Urteil besteht die Möglichkeit, Berufung einzulegen. Hierbei gelten jedoch weitere Fristen und Voraussetzungen.

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Welche Kosten fallen für eine Kündigungsschutzklage an?

Bei einer Kündigungsschutzklage können unterschiedliche Kosten entstehen. Zunächst gibt es die Gerichtskosten, die sich nach dem Streitwert richten. Der Streitwert bemisst sich meist nach dem Bruttoarbeitsentgelt der letzten drei Monate. Je höher der Streitwert, desto höher fallen die Gerichtskosten aus.

Hinzu kommen die Anwaltskosten, die sich ebenfalls nach dem Streitwert richten. Hierbei ist zu beachten, dass sowohl für den Kläger als auch für den Beklagten Anwaltskosten entstehen können. In arbeitsgerichtlichen Verfahren trägt jede Partei die eigenen Anwaltskosten selbst, egal ob sie den Streit gewonnen oder verloren hat. Dies ist eine Besonderheit des arbeitsgerichtlichen Verfahrens. Hintergrund ist, dass Arbeitnehmer nicht davon abgeschreckt werden sollen, aus Angst davor, bei einem Unterliegen auch noch die Anwaltskosten des Arbeitgebers tragen zu müssen, nicht vor Gericht zu ziehen.

In manchen Fällen können weitere Kosten entstehen, etwa für Gutachten oder Zeugen. Es ist ratsam, vor der Klageerhebung die Kostenfrage mit einem Anwalt zu besprechen und eine mögliche Prozesskostenhilfe in Betracht zu ziehen, um unerwartete Kosten zu vermeiden

Zusammenfassung:

  1. Gerichtskosten: Diese sind abhängig vom Streitwert und werden vom Arbeitsgericht festgelegt. Im ersten Verfahren (Gütetermin) fallen meist keine Gerichtskosten an.
  2. Anwaltskosten: Die Höhe der Anwaltskosten ist vom Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt und richtet sich ebenfalls nach dem Streitwert.
  3. Sonstige Kosten: Beispielsweise für Gutachten oder Zeugen, falls erforderlich.

Kostenübernahme: In manchen Fällen übernimmt eine Rechtsschutzversicherung die Kosten für eine Kündigungsschutzklage. Informieren Sie sich bei Ihrer Versicherung über die genauen Bedingungen und Möglichkeiten.

Fazit: Die Kosten einer Kündigungsschutzklage variieren je nach Fall. Es ist ratsam, sich frühzeitig über die Kosten und mögliche Kostenerstattungen zu informieren, um böse Überraschungen zu vermeiden

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Wie hoch sind die Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage?

Eine Kündigungsschutzklage kann Arbeitnehmern helfen, gegen eine möglicherweise ungerechtfertigte Kündigung vorzugehen. Doch wie hoch sind die Erfolgsaussichten? Im folgenden Absatz erfahren Sie, wie hoch die Erfolgschancen sind und welche Erfolgsfaktoren eine Rolle spielen.

Faktoren, die die Erfolgsaussichten beeinflussen

  • Art der Kündigung (ordentlich oder außerordentlich)
  • Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfristen
  • Existenz eines Kündigungsgrundes
  • Fristgerechte Erhebung der Klage

Statistische Erfolgschancen

  • Allgemeine Erfolgsquote liegt bei ca. 50%
  • Höhere Erfolgschancen bei ordentlichen Kündigungen und Verfahren vor dem Arbeitsgericht

Bedeutung der anwaltlichen Unterstützung

  • Anwaltliche Vertretung erhöht die Erfolgsaussichten
  • Fachanwälte für Arbeitsrecht bieten spezialisiertes Wissen und Erfahrung

Fazit:

Die Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage sind von verschiedenen Faktoren abhängig und können nicht pauschal beantwortet werden. Eine anwaltliche Vertretung ist empfehlenswert, um die individuellen Chancen zu erhöhen und bestmöglich unterstützt zu werden.

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Was sind Alternativen zur Kündigungsschutzklage?

Eine Kündigungsschutzklage ist nicht immer der einzige Weg, um gegen eine Kündigung vorzugehen. Hier sind einige Alternativen:

  1. Außergerichtliche Einigung: Versuchen Sie, mit dem Arbeitgeber direkt zu verhandeln und eine einvernehmliche Lösung zu finden. Dies kann beispielsweise eine Abfindung, eine Freistellung oder auch eine Weiterbeschäftigung sein.
  2. Schlichtungsverfahren: Ein neutraler Schlichter kann helfen, eine Einigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu erzielen, ohne dass es zu einer Klage kommt.
  3. Aufhebungsvertrag: Beide Parteien einigen sich darauf, das Arbeitsverhältnis einvernehmlich zu beenden. Dabei können z.B. Abfindungen oder andere Vereinbarungen getroffen werden.
  4. Änderungskündigung: Wenn der Kündigungsgrund nichtig ist, kann der Arbeitnehmer eine Änderungskündigung anstreben, bei der lediglich die Arbeitsbedingungen angepasst werden.
  5. Betriebsrat involvieren: Bei betriebsbedingten Kündigungen kann der Betriebsrat helfen, alternative Lösungen zu finden, wie zum Beispiel eine Umsetzung innerhalb des Betriebs.

Diese Alternativen können helfen, Zeit und Kosten zu sparen und dennoch eine zufriedenstellende Lösung für beide Parteien zu erreichen.

Fazit: Lohnt sich eine Klage vor dem Arbeitsgericht?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Kündigungsschutzklage sowohl Vor- als auch Nachteile hat. Es hängt von der individuellen Situation und den Umständen ab, ob sie sich lohnt.

Ein Vorteil der Klage ist, dass sie dem Arbeitnehmer die Möglichkeit bietet, die Kündigung anzufechten und möglicherweise den Arbeitsplatz zu behalten. Zudem kann sie zu einer finanziellen Abfindung führen, wenn der Arbeitgeber die Kündigung nicht ausreichend begründen kann.

Auf der anderen Seite birgt eine Klage auch Risiken. Gerichtsverfahren können langwierig und kostspielig sein. Zudem besteht keine Garantie für den Erfolg der Klage, und es kann das Arbeitsverhältnis weiter belasten.

Insgesamt sollte man die eigenen Chancen und Risiken sorgfältig abwägen, bevor man sich für eine Kündigungsschutzklage entscheidet. Eine Beratung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht kann hierbei hilfreich sein, um die beste Entscheidung zu treffen.

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