Wacker Chemie AG –
Stellenabbau & Abfindung
Alles was betroffene Wacker Chemie AG-Mitarbeiter wissen müssen: aktueller Stellenabbau, Abfindungsformel, Sozialplan und rechtliche Einordnung.
* Die Spanne ist eine redaktionelle Einschätzung von AbfindungsHero auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen wie Branche, Mitbestimmung, Ertragslage und veröffentlichter Regelungen. Sie ist keine Angabe des Unternehmens. Im Einzelfall verschieben Betriebszugehörigkeit, Alter und besonderer Kündigungsschutz das Ergebnis deutlich.
Anmerkungen zur Entwicklung
- Stichtag 31. Dezember; die Werte für 2026 stammen aus der Quartalsmitteilung zum 31. März 2026 (knapp 16.200 weltweit, rund 10.600 in Deutschland).
- 2026 · Abbau von rund 1.600 Stellen in Deutschland bis Ende 2027 vereinbart, ohne betriebsbedingte Kündigungen. Der Rückgang zwischen 2016 und 2017 von 17.205 auf 13.811 Beschäftigte ist ein Portfolioeffekt: Wacker hat die Tochter Siltronic 2015 an die Börse gebracht und den Anteil danach schrittweise abgegeben, sodass sie aus der Konzernzahl herausfällt. Ein Stellenabbau war das nicht.
Aktuelle Regelungen
Wacker Chemie hat mit der Arbeitnehmervertretung vereinbart, den Abbau von rund 1.600 Stellen ohne betriebsbedingte Kündigungen umzusetzen. Vorgesehen sind ein Freiwilligenprogramm mit Altersteilzeitregelungen und Aufhebungsverträgen; im Gegenzug reduzieren alle Beschäftigten in Deutschland bis 2028 Arbeitszeit und Entgelt um vier Prozent.
Einschätzung des Abfindungsfaktors
Wir leiten einen Abfindungsfaktor von 0,9 ab, mit einer Spanne von 0,7 bis 1,2. Dafür sprechen der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen, der jede Trennung zur Verhandlungssache macht, die Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern in der tarifgebundenen Chemieindustrie und die ausdrücklich attraktiv gestalteten Ausstiegsangebote. Dämpfend wirkt die Verlustsituation des Konzerns.
Der Faktor ist unsere Einschätzung auf Basis von Branche, Region, Mitbestimmung und Ertragslage, nicht eine Zusage des Unternehmens. Im Einzelfall kann er deutlich abweichen, vor allem wenn besonderer Kündigungsschutz greift, etwa bei Schwerbehinderung, Elternzeit, Schwangerschaft oder einem Betriebsratsmandat. Hinzu kommen weitere Umstände des Einzelfalls.
Abfindungsrechner für Wacker Chemie AG
Berechnen Sie in wenigen Sekunden, mit welcher Abfindung Sie bei Wacker Chemie AG rechnen können.
Der Richtwert ist eine Einschätzung, die wir aus den uns zugänglichen Informationen abgeleitet haben: Kündigungsschutz, Sozialplan, Gewerkschaft, betroffene Bereiche und wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Er ist kein zugesicherter oder amtlicher Wert. Was am Ende tatsächlich gezahlt wird, hängt zusätzlich von Ihrer persönlichen Situation ab und ganz erheblich davon, wie verhandelt wird. Nach oben ist der Bereich bewusst offen, weil im Einzelfall deutlich mehr möglich ist.
Die Berechnung ist eine unverbindliche Orientierung auf Basis der verbreiteten Regelformel und ersetzt keine Rechtsberatung. AbfindungsHero erbringt selbst keine Rechtsdienstleistungen, sondern vermittelt den Kontakt zu Anwältinnen und Anwälten für Arbeitsrecht. Ein gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung besteht nur in Ausnahmefällen. Die tatsächliche Höhe hängt zusätzlich von Alter, Unterhaltspflichten, einer möglichen Schwerbehinderung, der Wirksamkeit der Kündigung und dem Verhandlungsverlauf ab. Eine Beurteilung des Einzelfalls ist nur durch eine anwaltliche Prüfung möglich.
Wacker Chemie einigte sich im Mai 2026 mit der Arbeitnehmervertretung auf den Abbau von rund 1.600 Stellen in Deutschland bis Ende 2027: Burghausen 1.300, Nünchritz 200, München 60, weitere Standorte 50. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen; der Abbau läuft über ein Freiwilligenprogramm mit Altersteilzeitregelungen und Aufhebungsverträgen. Im Gegenzug reduzieren alle Beschäftigten in Deutschland bis 2028 Arbeitszeit und Entgelt um vier Prozent. Das Programm PACE soll die Kosten um mehr als 300 Mio. Euro jährlich senken.
Wacker Chemie AG: Stellenabbau, Abfindung & Rechte der Mitarbeiter
1.600 Stellen bis Ende 2027
Wacker Chemie streicht in Deutschland rund 1.600 Stellen. Der Abbau verteilt sich auf den weltweit größten Standort Burghausen mit 1.300 Arbeitsplätzen, Nünchritz in Sachsen mit 200, den Unternehmenssitz München mit 60 und weitere deutsche Standorte mit zusammen 50. Grundlage ist das weltweite Kosten- und Effizienzprogramm PACE, das seit Oktober 2025 läuft und die jährlichen Kosten um mehr als 300 Millionen Euro senken soll. Im Mai 2026 einigten sich Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretung auf ein Rahmenkonzept für die Umsetzung bis Ende 2027.
Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen
Das ist der Kern der Vereinbarung. Der Abbau läuft über ein Freiwilligenprogramm mit nach Unternehmensangaben attraktiven Altersteilzeitregelungen und Aufhebungsverträgen. Möglich wird das durch einen Gegenbeitrag der Belegschaft: Alle Beschäftigten in Deutschland reduzieren bis 2028 Arbeitszeit und Entgelt um vier Prozent. Dieser temporäre Solidarbeitrag schafft nach Darstellung des Unternehmens den finanziellen Spielraum, um auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Arbeitsdirektorin Angela Wörl spricht von guten Lösungen, die gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern gefunden wurden.
Was sich sonst ändert
Der Umsetzungsplan sieht die Zusammenlegung von Betrieben in der Produktion, eine Flexibilisierung des Schichtsystems und Verlagerungen an internationale Service-Hubs vor. Wer also nicht ausscheidet, muss mit Veränderungen bei Aufgaben, Schichten und Zuständigkeiten rechnen.
Die wirtschaftliche Lage
Wacker Chemie beschäftigte Ende März 2026 knapp 16.200 Menschen, rund 10.600 davon in Deutschland; allein in Burghausen sind es etwa 8.000. Nach neun Monaten des Jahres 2025 stand ein Nettoverlust von knapp 105 Millionen Euro. Vorstandschef Christian Hartel nennt hohe Energiepreise und bürokratische Hürden in Deutschland als zentrale Bremsklötze. Wacker ist nach eigenen Angaben der größte Lieferant des Halbleiter-Rohstoffs Polysilizium für die Chipindustrie.
Ihnen liegt bei Wacker Chemie eine Kündigung oder ein Aufhebungsvertrag vor?
Warten Sie mit der Unterschrift, bis jemand den Fall gesehen hat. In einem kostenlosen Erstgespräch ordnet ein Anwalt für Arbeitsrecht aus unserem Netzwerk Ihre Situation ein: Fristen, besonderer Kündigungsschutz und Verhandlungsspielraum.